Gerd E. Schäfer ist vor allem im Bereich der frühkindlichen Bildung bekannt. Seine pädagogischen Arbeiten beschäftigen sich mit einer wichtigen Frage: Wie lernen kleine Kinder eigentlich, bevor sie lesen, schreiben oder zur Schule gehen können?

    Dabei betrachtet Schäfer Kinder als aktive Entdecker ihrer Umwelt. Lernen beginnt für ihn nicht erst im Kindergarten oder in der Schule. Schon sehr kleine Kinder sammeln Erfahrungen, beobachten Menschen, entdecken Gegenstände und entwickeln daraus ein eigenes Verständnis ihrer Welt.

    Wer ist Gerd E. Schäfer?

    Gerd E. Schäfer, geboren 1942, ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer. Bekannt wurde er besonders durch seine Beschäftigung mit frühkindlicher Bildung, kindlichen Bildungsprozessen und Selbstbildung.

    Er war unter anderem als Professor an der Universität zu Köln tätig. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte er sich intensiv damit, wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen und wie aus ihren alltäglichen Erfahrungen Bildung entstehen kann.

    Gerd E. Schäfer und die frühkindliche Bildung

    Ein zentraler Bereich seiner Arbeit ist die Frage, was frühkindliche Bildung eigentlich bedeutet. Bildung wird dabei nicht auf Unterricht oder das gezielte Lernen bestimmter Inhalte reduziert.

    Kinder beginnen bereits sehr früh damit, ihre Umwelt zu erforschen. Ein Baby hört Stimmen, beobachtet Gesichter, greift nach Gegenständen und reagiert auf Berührungen. Später kommen Sprache, Bewegung, Spiel und der Kontakt mit anderen Kindern hinzu.

    Aus dieser Perspektive ist ein Kind kein leeres Gefäß, das Erwachsene mit Wissen füllen müssen. Es bringt eigene Fähigkeiten mit und versucht aktiv, seine Erfahrungen zu verstehen.

    Die Theorie von Gerd E. Schäfer einfach erklärt

    Wer sich mit der Theorie von Gerd E. Schäfer beschäftigt, stößt häufig auf den Begriff Selbstbildung. Dieser Begriff kann zunächst kompliziert wirken, beschreibt aber einen gut nachvollziehbaren Gedanken.

    Kinder müssen viele Erfahrungen selbst machen, damit daraus ein persönliches Verständnis entstehen kann. Erwachsene können Lernmöglichkeiten schaffen und Unterstützung anbieten. Den eigentlichen Bildungsprozess können sie dem Kind jedoch nicht vollständig abnehmen.

    Gerd E. Schäfer: Bedeutung des Spiels für Kinder

    Spielen ist für Kinder nicht einfach nur Unterhaltung. Im Spiel können sie Situationen ausprobieren, Rollen übernehmen und eigene Ideen entwickeln. Ein Karton kann beispielsweise ein Haus, ein Auto oder ein Schiff werden. Das Material bleibt gleich, doch das Kind gibt ihm durch seine Fantasie eine neue Bedeutung.

    Gerade darin steckt ein wichtiger Bildungsprozess. Kinder lernen, Vorstellungen zu entwickeln und diese in Handlungen umzusetzen. Freies Spiel bietet Kindern Möglichkeiten, selbst Entscheidungen zu treffen. Sie überlegen, womit sie spielen, wie lange sie sich damit beschäftigen und welche Regeln gelten sollen.

    Welche Rolle haben Erzieher nach Gerd E. Schäfer?

    Wenn Kinder aktive Gestalter ihrer Bildungsprozesse sind, bedeutet das nicht, dass Erwachsene unwichtig werden. Im Gegenteil: Die Qualität der Umgebung und der Beziehungen kann großen Einfluss darauf haben, welche Erfahrungen möglich werden.

    Die Rolle einer pädagogischen Fachkraft besteht daher nicht nur im Erklären. Beobachten, Zuhören, Begleiten und das Schaffen geeigneter Lernmöglichkeiten gehören ebenfalls dazu.

    Gerd E. Schäfer: Theorie in der Praxis

    Die Gedanken von Gerd E. Schäfer zur frühkindlichen Bildung lassen sich besonders gut auf Situationen in Kita und Kindergarten übertragen. Dabei geht es nicht darum, Kinder einfach sich selbst zu überlassen. Erwachsene beobachten ihre Interessen und überlegen anschließend, wie sie daraus weitere Erfahrungsmöglichkeiten entwickeln können.

    Mehrere Kinder entdecken im Garten einen Regenwurm. Eine Fachkraft könnte lediglich erklären, um welches Tier es sich handelt und danach zum geplanten Tagesprogramm zurückkehren. Sie könnte die Situation aber auch als Ausgangspunkt für weitere Fragen nutzen.

    Bücher und wichtige Werke von Gerd E. Schäfer

    Gerd E. Schäfer hat verschiedene Veröffentlichungen über Kinder, Lernen und frühkindliche Bildung vorgelegt beziehungsweise herausgegeben. Zu den besonders bekannten Titeln in diesem Zusammenhang zählen „Bildungsprozesse im Kindesalter“, „Bildung beginnt mit der Geburt“ und „Was ist frühkindliche Bildung?“.

    Das Thema kindlicher Bildungsprozesse gehört zu den Kernbereichen seiner wissenschaftlichen Arbeit. Dabei wird untersucht, wie Kinder Erfahrungen aufnehmen, verarbeiten und in ihre bisherigen Vorstellungen einordnen. Die Aufmerksamkeit richtet sich deshalb nicht nur darauf, was ein Kind gelernt hat. Ebenso interessant ist die Frage, wie dieses Lernen zustande gekommen ist.

    Bedeutung von Gerd E. Schäfer für die moderne Pädagogik

    Die Arbeiten von Gerd E. Schäfer sind besonders für Menschen interessant, die sich mit Kita, Kindergarten und früher Kindheit beschäftigen. Seine Überlegungen lenken die Aufmerksamkeit weg von der Vorstellung, dass Bildung ausschließlich durch direkte Belehrung entsteht. Stattdessen wird untersucht, welche Rolle die eigenen Aktivitäten des Kindes spielen.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass Erwachsene überhaupt nichts erklären sollten. Kinder brauchen Beziehungen, Orientierung, Sprache, Unterstützung und Sicherheit. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wann braucht ein Kind Hilfe und wann braucht es Raum für eigene Erfahrungen?

    Fazit: Was macht Gerd E. Schäfers Pädagogik besonders?

    Gerd E. Schäfer steht für ein Verständnis frühkindlicher Bildung, bei dem Kinder als aktive Teilnehmer ihrer eigenen Entwicklung gesehen werden. Bildung entsteht demnach durch Wahrnehmung, Erfahrungen, Beziehungen, Spiel, Sprache und die Auseinandersetzung mit der Umwelt.

    Besonders wichtig ist der Gedanke der Selbstbildung. Kinder können Wissen nicht einfach fertig übernehmen. Sie müssen neue Erfahrungen mit dem verbinden, was sie bereits kennen und erlebt haben.

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